Neuigkeiten aus dem Bereich der Schönheitsoperationen










Archiv der Kategorie ‘Gesundheit‘

ZU WENIG FACHÄRZTE IN DER CHIRURGIE?

Samstag, den 25. September 2010

In Deutschland gibt es einige Dachverbände, die sich der seriösen Schönheitschirurgie oder besser Plastischen und Ästhetischen Chirurgie verschrieben haben. Eine sorgfältige Prüfung neuer Mitglieder, Verbesserung bestehender OP-Verfahren sowie die Förderung innovativer Techniken, internationale Zusammenarbeit mit renommierten Medizinern und das Engagement für einheitliche Qualitätsstandards sind die wichtigsten Ziele, für die man sich hier einsetzt. Als älteste Fachvereinigung gilt die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, welche bereits 1972 gegründet wurde. Deren Internetpräsenz bietet immer wieder auch spannende Neuigkeiten, die für Interessierte auf jeden Fall einen Klick wert sind.

Die Neuigkeiten vom 13. August sind jedoch eher mit Sorge zu betrachten: Aktuelle Zahlen belegen einen akuten Fachärztemangel insbesondere im Bereich der Chirurgie. Dies betrifft zum Teil auch die Plastische und Ästhetische Chirurgie: Nur 63 Ärzte haben im vergangenen Jahr 2009 die Facharztausbildung in diesem Bereich absolviert. Wie bei uns bereits öfter beschrieben, beinhaltet diese umfassende Ausbildung unter Anderem das selbständige Durchführen von im Schnitt etwa 600 OPs unter qualifizierter Anleitung sowie eine einschlägige Prüfung, welche die gesammelten praktischen Erfahrungen noch einmal theoretisch beleuchtet. Nur nach Absolvierung dieser Ausbildung darf sich ein Mediziner beispielsweise als Facharzt für Plastische Chirurgie oder Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie bezeichnen. Von diesem Negativtrend in der Chirurgie werden PatientInnen aber nicht unbedingt etwas bemerken: Schließlich gibt es (noch?) keine konkreten Richtlinien darüber, welcher Arzt einen plastisch-ästhetischen Eingriff durchführen darf und welcher nicht. Verwirrung stiften insbesondere frei erfundene Bezeichnungen wie “Schönheitschirurg” oder andere nicht geschützte Titel. Das Fazit der DGÄPC: Ein Ärztemangel ist in diesem Bereich eher nicht zu erwarten, weil zunehmend auch “Quereinsteiger” ästhetische Eingriffe durchführen werden. Ein Mangel tatsächlich ausgebildeter Fachärzte hingegen trifft auch die Plastische und Ästhetische Chirurgie hart – weshalb der Dachverband dazu rät, bei der Wahl von Arzt und Klinik noch genauer auf die Erfahrungen, Kompetenzen sowie die Ausbildung zu achten.

Mehr zum Weiterlesen gibt´s im Internet unter http://dgaepc.de/presseinformationen/fachaerztemangel-in-der-chirurgie

Gefährliche Krankenhauskeime durch OPs in Indien

Dienstag, den 7. September 2010

Erst Mitte des Monats August wurden zahlreiche Fälle über sogenannte Superkeime bekannt: Hierbei handelt es sich um gegen nahezu alle Antibiotika resistenten Keime, die unter Anderem in indischen Kliniken erstmals aufgetaucht sind. Diese sogenannte Krankenhausinfektion kennt man weltweit; besonders gefährlich wurde sie in diesem Fall durch die besondere Robustheit der auftretenden Keime. Somit war es teils unmöglich, die befallenen PatientInnen erfolgreich medikamentös zu behandeln. Britischen Forschern war es erstmals gelungen, die verantwortlichen Keime zu isolieren – und ihnen einen Namen zu geben: NDM-1.

Ein regional begrenztes Problem? Keineswegs, wenn man sich in einer globalisierten Welt befindet. Denn auch in Europa sind inzwischen Einzelfälle mit Infektionen von NDM-1 bekannt – alle Infizierten hatten sich zuvor in Behandlung in einer der betroffenen Regionen Indiens befunden. Nicht alles davon sollen medizinisch notwendige Eingriffe gewesen sein; insbesondere in Großbritannien erfreut sich auch der sogenannte OP-Tourismus wachsender Beliebtheit. Die Möglichkeit, zum Beispiel Schönheitsoperationen im Ausland durchführen zu lassen und somit enorme Kosten zu sparen, bringen immer mehr Patientinnen und Patienten zu mitunter weiten Reisen. Wogegen selbstverständlich nichts einzuwenden ist – wenn man die jeweiligen Risiken bedenkt, die zu jedem Eingriff dazu gehören. Das Risiko, sich mit einem bisher unbekannten Superkeim anzustecken, ist bisher der absolute Ausnahmefall und wurde dementsprechend kaum bedacht. Das Auftreten von NDM-1 soll auch nicht dazu führen, in Panik auszubrechen oder die Kliniken in aller Welt in Verruf zu bringen. Eine sachliche Beobachtung und die Abwägung von Kosten, Nutzen und Risiko sind jedoch bei dem medizinischen Eingriff unabdingbar – und sollte es im Fall Schönheitsoperation ganz besonders sein. Die Verbreitung auch neuer Krankheitserreger ist ein seltenes, aber durchaus mögliches Risiko auch für andere Menschen, welches durch weltweiten OP-Tourismus und den damit verbundenen Reisen gefördert werden kann. Deshalb: Achten Sie immer auf Hygiene – bei sich, aber auch bei anderen. Keine Ersparnis der Welt ist es wert, dafür sein Leben zu riskieren.

Eine Studie zur Ausbreitung des Erregers und seiner Ursachen durch Schönheitsoperationen in indischen Kliniken findet sich auf der englischsprachigen Seite The Lancet:

Website: http://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099%2810%2970143-2/fulltext